Paradox Einmal Rund Um...
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Gin

Geschichte

Die Medizin. Der Ursprung.

 

Vor vielen vielen Jahren hat ein arabischer Gelehrter das Verfahren Destillation erforscht, entwickelt und vereinfacht. Akohol wurde zur Grundlage der Medizinproduktion. Damals, während der Zeit, als an uns noch gar nicht zu denken war, sprach man vielen Pflanzen heilende Wirkung zu. So kam es, dass Kräuter und Beeren in Verbindung mit Alkohol, als Medikamente genutzt wurden. Man stelle sich einmal vor: Frau oder Mann hat einen Schnupfen und etwas Fieber. Frau oder Mann werden mit Wacholderdestillat abgefüllt. Frau oder Mann wachen gesund wieder auf. So wünscht man sich Medikamente.

Na jedenfalls wurde diesem Wacholderdestillat heilende und mildernde Wirkung zugesprochen.

 

Genever - Das Mittelalter und die Holländer

 

Wie soll es anders sein. Was Prozente hat, findet irgendwann einmal den Zugang in die Abteilung Genussmittel. Ein Arzt mit dem Namen Franciscus Sylvius de la Boe stellte im 16. Jahrhundert einen Wacholderschnaps her. Wacholder heisst übersetzt Genever.

Genever wurde damals, auch als Schnaps, in der Medizin eingesetzt. Fieber hiess der gegner des Genever.

Manchen Patienten kamen auf den Geschmack. Der mit Kräutern und Früchten durchsetzte Alkohol entwickelte sich von der Medizin zum Genussmittel. Hierbei wurde in den Laboren Rezepte entwickelt, um den Kräuter- oder Früchtedestillat den Geist einzuhauchen, damit Mann und Frau sich die Birne zuschütten konnten. Herr de la Boe gab dem Wacholderdestillat den Namen Genever.

Genever wurde in Holland das Getränk für das Königshaus und den Adel. Natürlich auch für betuchte Geldsäcke. Hier beginnt also die Tradition des Gins und es wird weiter gehen.

 

 

Die haben doch schon den Whisky! Die Engländer Die!

 

Im 16. Jahrhundert gab es die Vormachtstellung des spanischen Königshauses in Europa. Durch die Gold- und Silberimporte aus NeuIndien war es den Spaniern möglich Europa zu beherrschen. Wenn es einen Großen gibt, dann gibt es auch einen Kleinen. Dieses kleine Inselvolk, Engländer, lehnte sich gegen diese Vormachtstellung auf. Es gab zwar nicht viele Verbündete, aber es gab sie. Die Holländer zum Beispiel. Und so stationierte England einige Truppen in Holland. Was macht der Engländer, wenn er nicht kämpft oder Schafe züchtet? Richtig, er trinkt. Er trinkt diesen leckeren Wacholderschnaps mit dem Namen Genever. Jetzt fahren die englischen Truppen wieder nach Hause, nach England. Und nehmen den Genever mit auf die Insel.

Der Engländer ist Maulfaul. Ja nicht zu viel sprechen (ausgenommen Frauen). So wurde aus dem holländischen Genever der Gin.

Keine Geschichte ohne großen Namen. Natürlich war es der einfache Soldat, der den Gin mitbrachte. Aber auch der Adel wollte genannt sein. Wilhelm der dritte brachte Rezepte für die Herstellung des Gin aus seiner Heimat mit. Und als König von England lies er den Genever - Gin - an einigen Flecken im Reich herstellen.

Aber warum setzte sich der Gin in England durch? Ganz einfach. Die Herstellung diese Getränks war einfach und billig. Und Gin lässt sich, auch heute noch, mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen aromatisieren. Dadurch konnte auch der normale Engländer sich einen Gin leisten. Besonders begehrt war Gin bei der schwimmenden Flotte. Denn der Gin war nach wie vor Medizin. ...und dann Genussmittel.

Kommen wir noch einmal zurück zu Wilhelm III.. Als König von England verbot er den Import des französischen Cognac. Dieser war im Königreich sehr beliebt. Und jetzt kommt der Schachzug des Holländers auf dem englischen Thron. Er setzte Ende des 17. Jahrhunderts das Destillationsgesetz durch. In diesem wurde es privaten Personen erlaubt Gin zu brennen.

 

Die Auswirkungen dieses Gesetzes führten zu einem entspannten englischen Volk. Der Gin wurde nicht besser, aber billiger als das Ale. Daraus folgten viele dicke Köpfe nach dem Genuss eines Grundnahrungsmittel Namens Gin.

 

 

Die sind doch blöd, die Engländer...

 

Eine Folge des Konsums von Schnaps aus Wacholderbeeren war der "Gin Act" von 1736. Darin wurde die Herstellung von Gin nur noch mit einer Lizenz erlaubt. Es geregelt sogar, wieviel man auschenken durfte und wann man ihn ausschenken durfte. Und nein, die Engländer sind nicht blöd. Etwas die Rezeptur und den Namen geändert und die Sauferei ging weiter.

Weiter bis zum Jahr 1751. Da kam der "Tippling Act". In diesem Act wurde die Herstellung von minderwertigen Gin unter Strafe gestellt. Das heisst, dass der Gin sich in der Herstellung verteuerte. Er verteuerte sich weiterhin durch Missernten beim Getreide. Wenn etwas zu teuer ist, dann ist der einfache Mensch nicht mehr in der Lage diesen zu kaufen. Denn hier ist die Regel "sieben Gin sind auch ein Brot" nicht anzuwenden. 

Der Rausch war vorbei. Die gesellschaftliche Situation änderte sich beträchtlich.

 

Während der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert konnte und wurde mehr Gin hergestellt. Menschen aus allen Ständen liebten dieses Getränk. Die Herstellung wurde noch leichter und die Qualität verbesserte sich zunehmend.

 

Die sind doch schlau, die Deutschen...

 

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wird der Gin auch in Deutschland wieder hoffähig. Der GinTonic darf auf keiner Getränkekarte fehlen. Aber auch andere Cocktailgetränke mit Gin als Grundlage werden immer beliebter. Mittlerweile ist die Qualität des Gins so gut, dass man ihn auch pur trinken und geniessen kann.

Deutschland hat in den letzten Jahren einen beachtlichen Zuwachs an Ginsorten zu verbuchen. Aus einem Hobby wird ein Produkt. Und dieses Produkt ist oftmals sehr lecker.

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