Reziprozität

Da die Inka und ihre Nachbarn Geld nicht kannten, beruhte der Handel, aber auch militärische Allianzen auf dem System der Reziprozität. Nach dem Sieg über die Chanca versammelte Pachacútec Yupanquí die benachbarten señoríos um sich, überhäufte sie mit Geschenken und verteilte die Beute aus dem Sieg über die Chanca unter ihnen, feierte mit ihnen ausgiebig den Sieg und zeigte sich ihnen gegenüber äußerst großzügig, bevor er im Gegenzug die Bitte an seine Nachbarn und Verbündeten formulierte, Lebensmittelspeicher anzulegen und zu füllen, die zusammen mit einer geregelten Wasserversorgung erst den Wiederaufbau Cuzcos ermöglichten. Bevor das Inkaheer in ein señorío eines Nachbarn einfiel, präsentierte es zunächst seine Stärke und überbrachte dem Fürsten reiche Geschenke verbunden mit der Bitte, sich dem Inkastaat anzuschließen. Die Bejahung wurde mit ausgiebigen Festen gefeiert. Erst bei Ablehnung kam es zur Schlacht, die das Inkaheer in der Regel gewann. Der besiegte Herrscher wurde dann als Gefangener nach Cuzco verschleppt, wo er nach vorausgegangenem, allzu heftigem Widerstand getötet wurde. Im Unterschied zu den bis dahin gepflegten eher lockeren Bündnissen von Häuptlingstümern bestanden die Inka jedoch auf der völligen Unterwerfung unter ihre zentrale Administration.

 

Typisch für die Inka-Herrschaft war jedoch nicht die Beseitigung der lokalen Autoritäten, in den Anden Curacas genannt, sondern die Installation einer kunstvoll ausgefeilten Kolonialherrschaft der Inka, bei der die lokalen Autoritäten nicht ihrer Macht entkleidet, sondern durch die Aufrechterhaltung der Illusion von Autarkie und Selbstbestimmung im Gegenteil zur Kooperation gestärkt wurden: Wurde ein lokaler Adeliger entmachtet, so wurde seine Autorität auf seinen Sohn oder Bruder übertragen. Ähnlich den Römern siedelten die Inka hohe Würdenträger der unterworfenen Stämme nach Cuzco um, wo ihre Kinder als Inka erzogen wurden.

 

Als Kompensation für die eigene Unterwerfung und um sie für die neuen Machthaber einzunehmen, wurden die besten Soldaten des Besiegten zur Entschädigung eigener Verluste mit nützlichen Geschenken überhäuft. Nach dem Prinzip der Reziprozität wurde der verfeindete Nachbar des Unterworfenen häufig als Nächstes bekriegt. Ein Sieg verpflichtete daher zur nächsten Schlacht. Folge war ein Kreislauf der Kriege. Auch hierdurch ist die erstaunliche Geschwindigkeit zu erklären, mit der die Inka ihr Reich ausdehnten. Sie nutzten das Prinzip der Reziprozität, um die traditionelle Loyalität der jeweiligen ethnischen Gruppen und Siedlungen zu ihren lokalen und regionalen Machthabern zu nutzen. Durch öffentliche Demonstrationen staatlicher Großzügigkeit und kleine Geschenke für erwiesene Loyalität wurde dieses Prinzip propagandistisch gestärkt. Die Kriegszüge Pachacútecs und Túpac Yupanquis schienen sogar dem Bedürfnis zu entsprechen, die Geographie der Hauptstadt im Verhältnis zu den Provinzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

 

Hinzu kam das traditionelle diplomatische Mittel strategischer Heirat zwischen Mitgliedern der imperialen Monarchie und provinzieller Dynastie: die dynastische Verbindung. Sie war von den Inka insofern genial verfeinert worden, als ihnen praktisch auf jeder sozialen Stufe der Machthierarchie durch die akllawasi eine adäquate und prestigeträchtige Möglichkeit zur Heiratsvermittlung zur Verfügung stand. Wurden die Stammeskönige mit den Prinzen und Prinzessinnen der Inka verheiratet, so identifizierten sich die lokalen Curacas mit der Macht und Autorität des Zentralstaats dank der ihnen vermittelten Aclla.

 

Gleichzeitig diente diese Methode indirekter Herrschaft dazu, die eigentliche Arbeitsverteilung des Mitimae-Systems auf die einzelnen Ayllus den politischen Herrschern der einzelnen Ethnien zu überlassen. Der offensichtliche Eingriff des Zentralstaats in das Alltagsleben der Dörfer und Provinzen und die erforderliche Bürokratie wurde dadurch geringer, Ungerechtigkeiten als Ausgangspunkt für mögliche Rebellionen wurden den regionalen und lokalen Machthabern zugewiesen und die Durchsetzung des Willens der Zentralmacht durch die beiden Provinzgouverneure, die dem Inka-Adel entstammten und den scheinbar autonomen Provinzadel kontrollierten, sichergestellt. Gleichzeitig stärkte dieses System indirekter Herrschaft die Effizienz und Flexibilität des Gesamtsystems. Statt eines aufgeblähten bürokratischen Apparats, der mangels Schrift in Permanenz tagen müsste, um alle Ressourcen und Produktionspläne aufeinander abzustimmen, wurde auf jeder lokalen und regionalen Ebene die erforderliche Entscheidung schnell getroffen und durchgesetzt.

 

Das komplexe Prinzip der Reziprozität fand auch dabei Anwendung, wenn der Inkastaat im Gegenzug zu den Verpflichtungen der mit'a und mitmay für die Ernährung, Kleidung, Wohnraum und Werkzeuge der Dienstverpflichteten sorgte und große religiöse und zeremonielle Feste veranstaltete, bei denen nicht nur die Provinzadeligen, sondern auch die Gemeindemitglieder bewirtet wurden.

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Peru

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