Priester und „erwählte Jungfrauen“

Die Priester lebten in den Tempeln und den anderen bedeutenden religiösen Heiligtümern. Sie erfüllten auch Funktionen als Wahrsager, Zauberer und Medizinmann. Der Titel des obersten Priesters von Cuzco lautete Willaq Umu. Er war regelmäßig ein Bruder oder Vetter des Inka, der nicht heiraten durfte und ein keusches, asketisches Leben führen musste. Er musste vegetarisch leben, durfte nur Wasser trinken und fastete häufig bis zu acht Tagen hintereinander. Seine Autorität stand in Konkurrenz zu der des Sapa Inka. Zum Zeichen seiner Würde trug er eine Wilachuku genannte goldene Kopfbedeckung, die durch ein Bild der Sonne geschmückt war. Der Willaq Umu hatte die Macht über alle Tempel und religiösen Gebäude und konnte die Priester ernennen oder abberufen. Seine Amtszeit war lebenslang. Neben der Überwachung der Einhaltung des Sonnenkults krönte er den jeweils neuen Herrscher und leitete die Trauungszeremonie des Inka.

 

Der Willaq Umu wurde im Tawantinsuyu von zehn Hatun Willaq unterstützt, die ausschließlich aus dem Ayllu Tarpuntay stammen durften. Zusammen bildeten sie den Obersten Rat, in dem der Willaq Umu den Vorsitz hatte. Miloslav Stingl wies auf die Parallele zum jüdischen Brauch im alttestamentlichen Israel hin, bei dem die Priester fast ausschließlich dem Stamme Levi entstammten. Die Hatun Willaq leiteten das religiöse Leben jeweils in einer der zehn Regionen. Ihnen zur Seite standen die geistlichen Verwalter der einzelnen Regionen, die zugleich auch die Funktion des Vorstehers des örtlichen Sonnentempels hatten. Auf der untersten Stufe der klerikalen Hierarchie standen die zahlreichen Priester, die neben ihrer Aufgabe im Rahmen des Sonnenkults auch bei der Verehrung des jeweiligen Heiligen Ortes oder Kultgegenstandes durch Opfer und Beichte einnahmen und deshalb auch Wak'arimachiq genannt wurden. Darüber hinaus weissagten sie.

 

Die „erwählten Frauen“ nannten sich aklla (akllay = „auswählen, aussuchen“; Vestalin oder für die Spanier „Jungfrauen der Sonne“) und standen im Dienste des Sonnengottes (Intip akllan) oder des Inka (Inkap akllan). Nur die qualifiziertesten wurden bereits mit fünf Jahren ausgewählt und erhielten eine sehr spezielle Ausbildung. Sie lebten im Akllawasi (Haus der Ausgewählten) in der Calle Loreto in Cuzco, erlernten unter der Aufsicht einer „Äbtissin“ Haushaltsführung, Kochen, die Zubereitung von Getränken, Gesang und Musik. Sie widmeten den größten Teil ihrer Zeit dem Weben von allerfeinsten Luxustextilien für den Sapa Inka und die Priester. Im zehnten und dreizehnten Lebensjahr mussten sie sich einer erneuten Auswahl stellen. Hatten sie den Panap Apun („Herr der Schwester“) dabei nicht überzeugt, kehrten sie zu ihrer Familie zurück. Die übrigen erlernten die Gebete und Kulthandlungen des Sonnenkults, lebten in strenger Keuschheit und wurden bei Geschlechtsreife vom Sapa Inka an Adelige, Krieger, Würdenträger und Ingenieure verschenkt, denen sie durch ihre hausfraulichen und handwerklichen Fähigkeiten, aber auch durch ihre weibliche Anmut zu dienen hatten. Nur diejenigen, die sich zu völliger Keuschheit verpflichteten und Intip Chinan genannt wurden, trugen ein weißes Ordensgewand und ein Pampacune genannten Schleier und assistierten bei religiösen Zeremonien. Ihre Jungfräulichkeit gehörte zu den höchsten Tabus der Inka, deren Verletzung den Tod des Verführers wie der Verführten samt den Verwandten, dem Heimatdorf und seinem Curaca, selbst aller Pflanzen und Tiere zur Folge hatte. Einzig der Inka selbst durfte diese Jungfrauen „minnen“. Man kann sich daher ausmalen, welch ungeheuren Tabubruch die Spanier begingen, als sie die Sonnenjungfrauen während der Conquista vergewaltigten, in der Annahme, sie seien eine Art Tempelhuren. Auch heute werden von manchen Autoren die Aclla als eine Art urwüchsiger südamerikanischer Harem und die Jungfrauen als eine Art Konkubinen des Inka betrachtet, die die Zahl der Nebenfrauen des Inka vervollständigte.

 

Die Prinzessinnen aus königlichem Geblüt wurden die Ñustas genannt. Unter ihnen wurde die Schwester des Sapa Inka zur Quya (Königin) berufen, der Hauptgemahlin des Inkaherrschers.

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